Daniela Beran

Yogalehrer

Ayurveda für Frauen

Veröffentlicht von Daniela Beran | 5. März 2020

Ayurveda ist ein über 5000 Jahre altes indisches Heilsystem. Das Wort Ayurveda setzt sich zusammen aus „Ayus“ = Leben und „Veda“ = Wissenschaft, weshalb man auch von der „Wissenschaft des Lebens“ spricht. Die wörtliche Übersetzung zeigt, dass Ayurveda nicht nur ein Medizinsystem ist, sondern in allen Facetten des Lebens präsent sein kann. Aspekte wie Ernährung, Reinigung oder Verhalten schließen den Kreis zu einem ganzheitlichen System. Ayurveda für Frauen ist besonders, da Frauen eine andere Bioenergie in sich tragen als Männer. Die drei Bioenergien (auch Doshas genannt) Vata, Pitta und Kapha sind wichtig, um die Ursache einer Krankheit zu verstehen. Denn Krankheit ist der Zustand in welchem die Doshas in Ungleichgewicht sind.

Was heißt Ayurveda für Frauen überhaupt?

Ayurveda ist ein über 5000 Jahre altes indisches Heilsystem. Das Wort Ayurveda setzt sich zusammen aus „Ayus“ = Leben und „Veda“ = Wissenschaft, weshalb man auch von der „Wissenschaft des Lebens“ spricht. Die wörtliche Übersetzung zeigt, dass Ayurveda nicht nur ein Medizinsystem ist, sondern in allen Facetten des Lebens präsent sein kann. Aspekte wie Ernährung, Reinigung oder Verhalten schließen den Kreis zu einem ganzheitlichen System. Ayurveda für Frauen ist besonders, da Frauen eine andere Bioenergie in sich tragen als Männer. Die drei Bioenergien (auch Doshas genannt) Vata, Pitta und Kapha sind wichtig, um die Ursache einer Krankheit zu verstehen. Denn Krankheit ist der Zustand in welchem die Doshas in Ungleichgewicht sind.

Gerade die Frau ist durch ihren Zyklus vermehrt durch äußere Dosha-Schwankungen (wie man sie auch in den Jahreszeiten erlebt) beeinflusst. Zum einen gibt es den monatlichen Zyklus, in welchem alle drei Doshas eine dominante Phase haben. Zum anderen gibt es drei von den Doshas geprägte Phasen im Leben einer Frau: die Zeit vor der ersten Blutung, die Zeit von da an bis zur Menopause und die Zeit nach der Menopause. Jedes Dosha hat besondere Qualitäten und beeinflusst damit die jeweilige Phase.

Frauenheilkunde, der Ayurveda und unsere heutige Gesellschaft

In unserem Alltag wird häufig sehr viel von uns abverlangt: Arbeit, Familie, Freunde, Hobbys, Haushalt, Ernährung, Lifestyle. All das sollen und wollen wir unter einen Hut bekommen. Man könnte auch von einem Super-Woman-Dilemma sprechen, wenn man sich vorstellt was viele Frauen gleichzeitg angehen: Sie versuchen Karriere zu machen während sie Kinder bekommen und gleichzeitig ihren Lifestyle und sich selbst mit noch mehr Yoga, Achtsamkeit, gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit optimieren wollen.

Aus ayurvedischer Sicht bedeutet das, dass ein solcher Alltag sehr von Vata und Pitta-Energien dominiert wird. Das weibliche Geschlecht hingegen wird vom Kapha-Dosha dominiert, welches mit Eigenschaften wie Fülle, Stabilität und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird. Gibt es ein Ungleichgewicht in der natürlichen, individuellen Konstitution einer Frau, kann sich das in Symptomen wie Erschöpfung, Schlafstörungen, hormonellen Dysbalancen, Essstörungen, Verdauungsstörungen, Menstruationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Unverträglichkeiten und vielem mehr auswirken.

Im Pitta und Vata dominierten Alltag in die eigene Balance kommen

Der Ayurveda definiert einen Menschen als gesund, wenn die eigene, individuelle Dosha-Konsitution im Gleichgewicht ist. Dieses Gleichgewicht wird stark durch die eigene Ernährung und die Art und Weise zu leben beeinflusst. Hierzu gehören Faktoren wie ausreichend Schlaf oder eine ausgewogene Work-Life-Balance. Wenn diese Faktoren bestmöglich auf unsere Konstitution abgestimmt sind, funktioniert der Stoffwechsel gut. Dadurch werden die Körpergewebe gut genährt, woraus schlussendlich Ojas entsteht, unsere essentielle Lebenskraft. Ein Mensch mit viel Ojas hat glänzende Augen, eine sehr angenehme Aura und strahlt eine innere Ruhe aus.

Ein Beispiel: Eine Frau mit der Urkonstitution Kapha neigt in einer schnelllebigen, Vata-dominanten Gesellschaft, in einem kreativen, Vata-dominanten Beruf, schnell zu einem Vata-Überschuss. Da sie eine Frau ist, die von Natur aus Kapha benötigt, hat sie viel Mühe ihrem Bedürfnis nach Kapha nachzukommen.
Aus Sicht des Ayurveda für Frauen kann es ihr helfen sich nach ihrem monatlichen Zyklus zu richten und sich besonders in der Blutungsphase (die auch Vata-dominant ist) viel Ruhe und Rückzug zu gewähren. Das Beispiel lässt sich genauso auch auf die anderen Konstitutionen übertragen.

Wie hängen der Ayurveda und der monatliche Zyklus einer Frau zusammen?

Man unterteilt den monatlichen Zyklus der Frau in vier Phasen: Blutung, follikuläre Phase, Ovulation und luterale Phase. Jede Phase ist charakterisiert durch körperliche und emotionale Ereignisse sowie die in der jeweiligen Phase wirkenden Doshas. Man kann jede Phase des weiblichen Zyklus auch mit den Eigenschaften einer der vier Jahreszeiten gleichsetzen.

Blutungsphase – „Me-Time“

Die Blutungsphase entspricht einem „inneren Winter“, in welchem das Vata-Dosha dominant ist. Auf körperlicher Ebene wird die Gebärmutterschleimhaut abgebaut und es gibt eine Abwärtsbewegung im Körper in Form der Blutung. In dieser Zeit ist eine Frau besonders empfindsam. Die Blutungsphase ist auch die Zeit des Loslassens, des Rückzugs, der Reinigung und der Selbstfürsorge. Daher können eine leicht verdauliche Ernährung, Ruhe, Meditation und eine sanfte Yogapraxis in dieser Zeit unterstützend wirken.

Follikuläre Phase – „Lasst uns planen“

Die follikuläre Phase entspricht dem „inneren Frühling“, der Zeit der Wiedergeburt, des Erwachens, des Aufbaus. In dieser Phase baut der Körper Struktur in Form von neuen Eizellen (sog. Follikeln) und Gebärmutterschleimhaut auf. Ein solcher Aufbau von Struktur/Grobstofflichem ist im Ayurveda charakterisiert durch das Kapha-Dosha. Eine kräftigende, vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung ist jetzt besonders wichtig. Je nach individueller Konstitution empfiehlt es sich einem möglichen Kapha-Überschuss durch sehr würzige, scharfe Speisen entgegenzuwirken. Die Energie des Kapha-Doshas kannst Du im Alltag nutzen, um die kommende aktive Phase zu planen, zu strukturieren und gegebenenfalls Erkenntnisse aus der letzten Reflexion (luterale Phase) umzusetzen.

Ovulation – „Geht nicht gibt`s nicht“

Um den Eisprung (Ovulation) herum steht die Frau in ihrer vollen Kraft. Es herrscht die Zeit des Aufblühens, des „inneren Sommers“. Der Sommer wird vom Pitta-Dosha geprägt. Das Pitta-Dosha steht für Transformation und Wandel in vielfältiger Art und Weise. Dazu gehören schweißtreibender Sport, Herausforderungen anzunehmen oder die Umsetzung der zuvor geplanten Vorhaben. Um diese starke Energie bestmöglich zu nutzen, helfen eine vollwertige Ernährung und gegebenenfalls Pitta-reduzierende, also kühlende Lebensmittel. Zudem sorgt die Pitta-Energie für einen Peak an Leidenschaft, Attraktivität und Enthusiasmus.

Luterale Phase – „To Do`s abschließen“

Die Phase vor der nächsten Blutung ist die luterale Phase. Diese Zeit entspricht unserem „inneren Herbst“. Dies ist die Zeit des Rückblicks, der Reflexion und auch des Abschließens. Vielleicht sind noch Dinge unerledigt und sollen noch abgeschlossen werden. In dieser Phase hat man den besten Zugang zu seiner Intuition und der inneren Stimme. Der Körper gibt Feedback wie es ihm geht, indem entweder alles gut ist oder möglicherweise prämenstruelle Beschwerden aufkommen. Dazu können Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Verdauungsstörungen zählen. Je nachdem welche Beschwerden auftreten, sollte man eine Vata-, Pitta- oder Kapha-reduzierende Ernährung wählen. Spüre in Dich hinein welche Ernährung dir gut tun, und reflektiere ob die Lebensmittelauswahl wirklich nährend war, oder ob Beschwerden nach dem Essen aufgetreten sind. Ernährung ist so individuell wie jede Frau an sich individuell ist.

Ayurveda für Frauen – vom jungen Mädchen zur weisen Dame

Das ayurvedische und das westliche Verständnis von Gesundheit und dem Wesen der Frau vereint, kann jeder Frau helfen ihren natürlichen Weg zu Gesundheit, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit zu finden. Dabei ist das wichtigste auf diesem Weg, auf den Körper und die eigene Intuition zu hören, achtsam zu sein und sich Zeit zu geben. Der erste Schritt ist schon getan, indem Du diesen Beitrag gelesen hast.