Karoline Dauwe

Yogalehrer

Die Arbeit als festangestellte Yogalehrerin

Veröffentlicht von Karoline Dauwe | 2. Juli 2020

Yoga Studiomanagerin und Yogalehrerin Karoline auf dem Weg zur Yogaklasse

In diesem Beitrag nimmt Dich unsere Studiomanagerin Karoline Dauwe mit hinter die Kulissen ihres Jobs. Was macht sie als festangestellte Yogalehrerin eigentlich den ganzen Tag? Und ist es am Ende ein Beruf wie jeder andere, oder unterscheidet er sich deutlich von herkömmlichen Arbeitsplätzen?

Mein Weg zum Yoga(lehrer)

Ich habe Yoga während des Studiums als eine aktive Form der Entspannung kennengelernt. Der regelmäßige

Besuch von Yogaklassen ist dann auch ein fester Bestandteil meines Arbeitslebens geworden. Und mein Interesse mehr über das zu erfahren, was mir gut tut und was ich mehrfach die Woche mache, wurde stetig größer. So habe ich mich schließlich für eine berufsbegleitende Yogalehrer Ausbildung entschieden.Yoga Studiomanagerin Karoline beim Personal Training

Neben meiner Vollzeitanstellung habe ich bald begonnen Yoga zu unterrichten. Über Jahre habe ich nebenbei, bzw. zusätzlich, Yogakurse gegeben. Dabei kam immer mal wieder der Wunsch auf noch mehr Yoga zu unterrichten. Die Möglichkeit dazu lag aus meinem damaligen Blickwinkel in der Selbstständigkeit als Yogalehrerin. Lieber hätte ich auch als Yogalehrerin fest angestellt gearbeitet, aber in meinem Umfeld gab es dafür keine Beispiele.

Umso mehr habe ich mich über die Stellenausschreibung und den baldigen Arbeitsbeginn bei Yoga Individual gefreut. Mittlerweile arbeite ich schon seit einem guten dreiviertel Jahr als Yogalehrerin und im Studiomanagement für das Yoga Individual Studio in Aachen. Meine Arbeitszeit teilt sich dabei etwa 50/50 auf die beiden Bereiche auf. Wie das im Einzelnen aussieht, erfährst Du im Folgenden.

Der Wochenstart im Studio

Da meine Tätigkeiten sehr unterschiedlich sind und zu verschiedenen Zeiten/Tagen ausgeführt werden, sind Absprachen im Team sehr wichtig. Die Woche startet für gewöhnlich mit einem Management Meeting am Montagmorgen. Dort arbeiten wir an aktuellen und neuen Projekten, planen, besprechen und stimmen uns ab. Dieser Austausch ist wichtig, denn er gibt Struktur und Raum, um dann individuell, flexibel und auch ortsunabhängig arbeiten zu können. Ungefähr die Hälfte meiner Tätigkeiten sind dabei ans Studio gebunden. Ansonsten kann ich auch von zu Hause arbeiten.

Yogaklassen und Personal Training

Ein weitere fester Bestandteil der Woche – und in der Regel meine Lieblingsbeschäftigung – ist das Unterrichten der offenen Yogaklassen im Studio. Ich unterrichte wöchentlich aktuell drei feste Klassen (Rückenyoga, Vinyasa Yoga und Yin Yoga).

Die Zeitfenster für Yoga Personal Training vergebe ich flexibel nach Machbarkeit und Schülerwunsch. Im Studio haben wir neben unserem großen Raum für den Kursbetrieb einen schönen hellen Raum für unser Yoga Personal Training. Diese Arbeit bereitet mir viel Freude, da die Fortschritte im Personal Training unmittelbar sichtbar sind.

Das Studiomanagement

Im Hintergrund des Studiobetriebs passiert weit mehr, als ich mir das hätte vorstellen können. Alle Yogaklassen, Yoga Personal Trainings, Workshops und Yogalehrer Ausbildungswochenenden müssen organisiert, geplant und kommuniziert werden. Dazu kommt die Urlaubs- und Vertretungsplanung. Neben der Kommunikation mit den Yogalehrern, gehören die Beantwortung der unterschiedlichsten Schüleranfragen zu meinen Aufgaben. Zu jedem Kursbeginn muss das Studio und Material vorbereitet und startklar sein. Bei Kursen, die ich selber unterricht, kommt die Vorbereitung der Klassen hinzu.

Organisationstalent und Flexibilität sind beim Ausführen dieser Doppelfunktion aus Yogaunterricht und Studiomanagement sehr hilfreich. Gleiches gilt für den sicheren Umgang in der Kommunikation mit Kunden, Partnern und Mitarbeitern. Die Erfahrung und Fähigkeiten die ich mir in meiner über 10 jährigen Tätigkeiten in unterschiedlichen Bereichen des Managements aneignen konnte sind dabei in Verbindung mit meiner Yogaerfahrung absolut vorteilhaft.

als festangestellte Yogalehrerin gibt es auch einen Buddha am Schreibtisch

Was ist anders als in meinem bisherigen Arbeitsleben?

Mein Alltag mit allen Arbeitsbereichen liegt viel näher an meiner Freizeit als früher. Die Grenzen verschwimmen öfter. Nicht selten entsteht eine neue Yogasequenz am Morgen auf der eigenen Matte zu Hause oder ich bleibe nach dem Unterrichten für einen Kursbesuch. Früher wäre ich nach der Arbeit im Büro zum Praktizieren ins Studio gekommen, nun bleibe ich einfach vor Ort. Jetzt werde ich nur öfter von Yoga Individual Teammitgliedern oder Schülern angesprochen. Das hat Vor- und Nachteile, die vermutlich jeder Arbeitsplatz hat. In diesem Fall dient es meistens der Beziehung zu den Schülern, dem „kurzen Dienstweg“ und oft ergibt sich ein inspirierender Austausch.

Überhaupt gehe ich nach der Arbeit anders nach Hause. Meistens erfüllter, weil mir die Aufgaben sehr oft Spaß machen. Manchmal ist das Energielevel sogar besser als vor der Arbeit. Natürlich bin ich auch mal ausgepowert, gestresst und müde. Dann sind Regeneration und Erholung wie in jedem anderen Beruf auch sehr wichtig. Wo ich früher nach viel einseitiger, sitzender Tätigkeit die Bewegung und Aktivität gesucht habe, braucht es jetzt ruhigere Pausen. So lese ich beispielsweise wieder mehr.

Meine Arbeitszeit ist insgesamt weniger als vorher, deutlich flexibler und anders verteilt. Regelmäßiger arbeite ich in den Abendstunden. Es kommt auch vor, dass ich einen ganzen Tag, oder sogar länger als „9 to 5“ in Yogaleggins unterwegs bin. Auch das war vorher anders.

Für meine Bedürfnisse und Lebensphase ein wunderbarer Job

Ich persönlich liebe diese Art der Abwechslung zwischen theoretischem, praktischem und körperlichem Arbeiten, genau so wie die Ortswechsel vom Schreibtisch auf die Yogamatte oder umgekehrt. Der Mix aus festen Arbeitsstrukturen und -zeiten und flexiblem Gestaltungsraum kommt meiner Arbeitsweise sehr entgegen. Auch wenn das beinhaltet regelmäßig in den Abendstunden und auch mal am Wochenende zu arbeiten. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass sich dadurch freie Phasen unter der Woche ergeben und diese Druck aus meinem Alltag nehmen. Ganz ehrlich: wenn man in der Ruhe und Frische eines Sonntagmorgens ins Yogastudio fährt um zum Beispiel einen Introworkshop für Anfänger zu geben und seine Leidenschaft weitergeben darf, dann fühlt es sich für mich mehr nach einem Geschenk und großem Glück an, als nach Arbeit.

Ist die Festanstellung als Yogalehrer/in noch die Ausnahme?

Eine Festanstellung als Yogalehrer/in (Voll-oder Teilzeit) ist nach unserer Erfahrung leider noch die Ausnahme. In größeren Städten und Studios kommt so etwas natürlich ein bisschen häufiger vor, aber die Regel ist es auch dort bei Weitem nicht.

Schreib gerne einen Kommentar oder direkt eine Mail an mich, wenn Du Fragen rund um die Themen Studiomanagement und Yogalehrer im Hauptjob hast.

Hoffentlich sehen wir uns bald wieder auf oder neben der Yogamatte im Yoga Individual Studio oder virtuell auf unserem Youtube Kanal.