Nick Runia

Wie entsteht ein Yoga Video?

Veröffentlicht von Nick Runia | 4. Juni 2020

Aufnahmen zu einem online Yoga Video

Uns hat in den vergangenen Wochen mehrfach die Frage erreicht, wie ein Yoga Video für unsere Videokursseite entsteht. Daher möchte ich Euch gerne durch den Entstehungsprozess mitnehmen. Von der Idee zur Videoplattform, über die Planung der passenden Sequenzen und den Drehtag schauen wir uns die wesentlichen Eckpfeiler an.

Die Yoga Individual Videokursseite

Ganz am Anfang stand natürlich der grundsätzliche Entschluss online Yoga Videos in Studioqualität anbieten zu wollen. Konkret gefasst haben wir diesen im Herbst 2019. Für uns stand außer Frage, dass wir auch online einen echten Mehrwert bieten wollen. Unser Ziel ist es allen, die (temporär) nicht in unser Yogastudio kommen können, ein Gefühl wie im Studio zu vermitteln. Dafür muss die Länge einer Yogaklasse der im Studio gleichen und im Idealfall sollte der Schüler das Gefühl haben, dass der Yogalehrer direkt neben ihm im Wohnzimmer steht. Durch die Fokussierung auf Yoga Videoserien möchten wir immer ein Thema in den Mittelpunkt mehrerer aufeinanderfolgender Yoga Einheiten rücken. Da das im offenen Kurssystem nicht immer möglich ist, liegt hier ein Vorteil von online Yoga Videos, den wir nutzen möchten.

Die passende Sequenz für ein online Yoga Video entwerfen

Ein ganz wesentlicher Aspekt für die Qualität eines fertigen Videos ist die vorherige Planung. Eine gute Planung ist sicherlich für jede Yogastunde wichtig, wenn man Yoga Videos dreht, sollte man sich allerdings der Besonderheiten dieses Formates bewusst sein.

Die Aufzeichnung eines Videos hat den Nachteil, dass der Yogalehrer die Schüler nicht sieht, während sie praktizieren. Umso wichtiger werden Ansagen und präzise verbale Hinweise. Auf dieses Weise lässt sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Schüler gut ausgerichtet und im Flow üben.

Demonstrationen des Yogalehrers sind in Videos dahingegen ein sehr wirksames Mittel. Durch Close-Ups können selbst kleinste Bewegungen gezeigt werden und im Zweifel kann der Schüler sich eine Demonstration oder Erklärung sogar noch einmal ansehen. Komplexe Positionen lassen sich im Yoga Video daher sehr gut vermitteln.

Der Aspekt, dass Schüler und Lehrer zeitlich und räumlich voneinander getrennt sind, bietet also sowohl Vor- als auch Nachteile. Auf jeden Fall sollte er aber in der Konzeption der Yogaklasse bedacht werden. Logischerweise entwickelt Tina primär Sequenzen, die die Vorteile des Mediums Video nutzen. Sequenzen, in denen Demonstrationen sinnvoll eingesetzt werden können, sind beispielsweise gut für online Yoga Videos geeignet.

Außerdem möchten wir die Yoga Videoserien und Einzelvideos für unsere Plattform natürlich so gestalten, dass ein Praktizieren mehrfach Spaß macht und bereichernd ist. Die Themen benötigen also den entsprechenden Tiefgang und die Praxis im besten Fall diverse Optionen oder Feinheiten, die an verschiedenen Stellen des individuellen Yogawegs relevant sind.

Team und Material

Wir arbeiten für die Yoga Individual Videokurse mit zwei hauptberuflichen Kameramännern zusammen. Philipp und Fabi kümmern sich um das gesamte Equipment und führen jeweils eine Kamera aktiv. So können wir zwischen verschiedenen Kameraeinstellungen wechseln. Die Yoga Videos werden dadurch abwechslungsreich und vor allem können wir jeweils die Kameraeinstellung wählen, die das gesprochene Wort zu jedem Zeitpunkt am besten unterstützt.

Eine besondere Herausforderung ist die Tonqualität. Mikrofone, die am Körper getragen werden, bieten eine besser Qualität als Tonangeln. Sie reagieren aber auch empfindlich auf die Bewegungen der Yogapraxis. Fabi achtet während des Drehs daher immer auf die Tonqualität. Fährt die Müllabfuhr durch die Straße, oder verursacht eine Körperbewegung ein Störgeräusch, wird noch einmal gedreht.

Der Drehtag

Wie bereits angesprochen konzentrieren wir uns auf unserer Yoga Videokursseite auf Videoserien. Um die Verbindung zum übergeordneten Thema einer Serie zu halten, filmen wir daher zwei bis drei 60- bis 90-minütige Videos einer Serie an einem Drehtag.

Der Aufbau des Sets orientiert sich am Inhalt der Videos. Inklusive Beleuchtung, Dekoration, etc. dauert er meist circa eine Stunde. Für eine einstündige Yogaklasse brauchen wir etwa zweieinhalb Drehstunden. Im Wesentlichen hängt das von der Anzahl der Störgeräusche und der Menge an Detailaufnahman ab, die für das Yoga Video erforderlich sind.

Ein Drehtag wird also schnell ziemlich lang. Aber wir investieren hier lieber ein bisschen mehr Zeit, als im nächsten Schritt festzustellen, dass eine Nahaufnahme fehlt, oder ein Schnitt nicht an der Stelle gemacht werden kann, an dem wir ihn gerne setzen würden.

Im Dreh zum Yoga Video mit Philipp, Fabi und Tina

Schnitt der Yoga Videos und Kontrollschleife

Diese letzte Phase ist tatsächlich sehr zeitaufwändig. Nachdem Philipp eine erste Version fertiggestellt hat, gehen Tina und ich mit den Videos auf die Yogamatte und üben jede Sequenz. Außerdem schauen wir uns auch jedes Yoga Video ohne mitzumachen an. So versuchen wir Stellen zu identifizieren, an denen wir eine andere Kameraeinstellung nutzen möchten, oder an denen der Ton verbesserungswürdig ist. Unsere Änderungswünsche gehen an Philipp zurück, der dann die Videos finalisiert.

Vom Drehtag bis zum fertigen Yoga Video vergehet so schnell ein Monat. Dafür ist das Video dann aber auch hoffentlich mehrere Jahre lang immer wieder eine wertvolle Ressource für viele Schüler.

Wünsche und Kommentare

Wir freuen uns, wenn Ihr uns einen Kommentar da lasst oder eine Frage stellt. Auch Wünsche für weitere Videoserien könnt Ihr gerne in die Kommentare schreiben, oder uns per Mail schreiben.